Münchner Initiative gegen Trickdiebstahl wird ausgeweitet

- Polizeivizepräsident Jens Viering (li.) und Harald Strötgen, Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse München, stellen die Münchner Initiative gegen Trickdiebstahl vor.
Verbesserter Schutz für Senioren gegen Trickdiebstahl
Aufgrund der stetig steigenden Zahlen im Bereich des Trickdiebstahls zum Nachteil von Senioren stellt sich für das Polizeipräsidium München die Frage, wie potenzielle Opfer wirksam und nachhaltig geschützt werden können.
Als notwendig wird es erachtet, neben einer breit angelegten Informationskampagne direkt an die Zielgruppe – nämlich Mitbürgerinnen und Mitbürger über 60 Jahre – heran zu treten und Informationen über Erscheinungsformen und Schutzmöglichkeiten ohne Umwege zu geben.
So wurde die Münchner Initiative gegen Trickdiebstahl – M.I.T. – ins Leben gerufen, bei dem die Fachdienststelle für verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz (Kommissariat 314) Kontaktbeamte der örtlichen Polizeiinspektionen zu dieser Thematik fortbildet und mit Informationsmaterial versorgt. Diese Beamten suchen wiederum aus ihrem Bereich geeignete Seniorinnen und Senioren aus, die als Multiplikatoren in ihrem eigenen sozialen Umfeld Aufklärungsarbeit zu Trickdiebstahl leisten.
Als Testgebiet wurde zunächst der Westen Münchens festgelegt. Von Februar bis April 2005 konnten die Kontaktbeamten der vier zuständigen Polizeiinspektionen Neuhausen, Olympiapark, Moosach und Pasing insgesamt über 130 Multiplikatoren gewinnen, die ihrerseits mehr als 800 Seniorinnen und Senioren überwiegend in persönlichen Gesprächen mit Informationen zum Trickdiebstahl versorgten. Dieser Probelauf wurde vom Münchner Sicherheitsforum MSF finanziell unterstützt.
Die Bemühungen haben bemerkenswerte positive Ergebnisse gebracht. Neben einer höheren Sensibilisierung des Zielpublikums (erkennbar an der steigenden Zahl von registrierten Delikten zum Nachteil von über 60-jährigen, insbesondere Versuche) konnte ein verbessertes Anzeigeverhalten erreicht werden.
Der Zentrale Psychologische Dienst der Bayerischen Polizei begleitet das Projekt wissenschaftlich, um einerseits weitere Erkenntnisse über das Phänomen Trickdiebstahl zu erlangen und andererseits die Wirksamkeit der Maßnahmen festzustellen und zu optimieren.
Aufgrund der positiven Ergebnisse wird M.I.T. nun auf das gesamte Stadtgebiet sowie den Landkreis München ausgeweitet. Seit November 2005 stehen auf allen Polizeiinspektionen in Stadt und Landkreis München ausgebildete Kontaktbeamte zur Verfügung, die eine Multiplikatorenausbildung in ihren Bereichen anbieten.
In Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse München als Partner von M.I.T. wurden die bestehenden Flugblätter überarbeitet, Plakate, Türanhänger und Aufkleber neu entworfen und mit großer finanzieller Unterstützung in fünfstelliger Auflage gedruckt. Ziel ist es dabei unter anderem, Kunden vor Abhebungen großer Summen für vermeintliche Schnäppchen, günstige handwerkliche Arbeiten oder für angebliche Verwandte zu warnen und die Mitarbeiter für solche Betrügereien zu sensibilisieren. Auch das Münchner Sicherheitsforum MSF unterstützt die Aktion nach wie vor finanziell.
Zusätzliche wertvolle und umfangreiche Unterstützung des Projekts leisten die Sicherheitsberater des Seniorenbeirats der Landeshauptstadt München in ihren Vorträgen bei unterschiedlichsten Vereinen und Organisationen. Die ehrenamtlich wirkenden Damen und Herren sind fit in allen Sicherheitsfragen, die ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger bewegen und haben auch an den Schulungsterminen zu M.I.T. teilgenommen.
Interessierte Seniorinnen und Senioren können sich gerne an ihre örtliche Polizeiinspektion oder an das Kommissariat 314 unter 0 89/6216 – 44 14 wenden.


