Fünf Fenster zum Türkengraben

- v.l.: Klaus Bäumler, Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt, Antje Driebold, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit der Stadtsparkasse München, und der Künstler Joachim Jung.
Stadtsparkassen-Stiftung fördert Kunstprojekt des Künstlers Joachim Jung
München (sskm). Mit der feierlichen Enthüllung von fünf künstlerisch gestalteten Fenstern in der Mauer der Grundschule an der Türkenstraße ist das Kunstprojekt „300 Jahre Türkengraben“ abgeschlossen. Die Stiftung Straßenkunst der Stadtsparkasse München förderte das als Kunst im öffentlichen Raum konzipierte Projekt von Joachim Jung.
„Joachim Jungs Werk macht auf eindrucksvolle Weise ein Stück Münchner Geschichte lebendig und bereichert so unsere Stadt. Deshalb unterstützt es die Stiftung Straßenkunst“, so Ilona Ramstetter, Leiterin Unternehmenskommunikation der Stadtsparkasse.
Ziel des Künstlers war es, Verlauf und Geschichte des „Türkengrabens“, eines Teils des barocken Kanalsystems in Oberbayern, mit künstlerischen und dokumentierenden Mitteln sichtbar zu machen. Bereits im Mai installierte Jung Gehsteinmarkierungen und Bautafeln, die den Verlauf des Türkengrabens durch die Stadt nach Milbertshofen darstellten. Als Abschluss des Projekts wurden nun grafisch gestaltete Fenster in die Mauer der Grundschule in der Türkenstraße eingelassen. Sie zeigen beispielsweise eine Stadtkarte mit der Türkengrabenlinie, historische Ansichten sowie Texte zum damaligen Bauvorhaben.
1601 begann der Bau eines Kanals von der Würm bis zum Schloss Schleißheim, nördlich von München. Zug um Zug entstand in der Folgezeit ein Kanalsystem von rund 60 Kilometern Länge. Es diente zum Transport von Baumaterial, dem Antrieb von Mühlen und Fontänen, später auch für Gondelfahrten der barocken Hofgesellschaft. Rund 100 Jahre später wurde die Anbindung der Residenz zum Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal gebaut. Der später “Türkengraben” genannte Kanal - im Verlauf der heutigen Kurfürsten- und Belgradstraße - wurde 1811 wieder zugeschüttet.


