Stiftung Straßenkunst fördert Sanierung ausgewählter Grabdenkmäler auf Münchens Altem Südfriedhof

- Bürgermeister Hep Monatzeder (re.) dankte dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse München, Harald Strötgen (li.), für das Engagement der Stiftung Straßenkunst, zugunsten des Alten Südfriedhofs vor dem Grabmal des königlich ernannten Glasmaleraufsehers Max Ainmiller. Mit 70.000 Euro finanzierte die Sparkassenstiftung die Sanierung dieses Grabdenkmals und noch drei weiterer.
Sparkassenstiftung fördert Sanierung von Grabmälern mit 70.000 Euro
München (sskm). Drei große Grabmäler am denkmalgeschützten Alten Südfriedhof sind wieder aufwändig restauriert worden. Möglich gemacht hat dies die Stiftung Straßenkunst der Stadtsparkasse München mit einem Förderbetrag von 70.000 Euro. Bei den sanierten Grabdenkmälern handelt es sich um die des Münchner Glas- und Architekturmalers Max Ainmiller, des königlichen Leibarztes Dr. Franz von Walther und des königlichen Gesandten und Kämmerers August Freiherr von Wendland.
Die nichtstaatliche Organisation ICOMOS, die sich weltweit für Schutz und Pflege von Denkmälern und Denkmalbereichen zur Bewahrung des historischen Kulturerbes einsetzt, stellte fest, dass der Alte Südfriedhof zu den bedeutendsten städtischen Friedhöfen in Deutschland zählt. Von den ursprünglich 20.000 Grabmälern des im 16. Jahrhundert entstandenen Gottesackers sind heute nur noch 5.000 vorhanden. Um den Erhalt bemüht sich die städtische Friedhofsverwaltung zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der kommunalen Denkmalschutzbehörde. Die Landeshauptstadt München hat in den letzten zwei Jahren über eine Million Euro für die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und Instandsetzung vieler Denkmäler auf diesem Friedhof zur Verfügung gestellt.
"Der Erhalt von Kulturgütern ist immer und überall nur mit Hilfe von privaten Spendern und Sponsoren zu schultern. Daher danke ich dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse München, Harald Strötgen, und der Stiftung Straßenkunst für dieses Engagement", so Bürgermeister Hep Monatzeder bei der feierlichen Bekanntgabe vor Ort. "Durch die großzügige Spende konnten in den so genannten Neuen Arkaden des Alten Südfriedhofs monumentale Grabdenkmäler von bedeutenden Personen der Zeitgeschichte konserviert und für München bewahrt werden", so Monatzeder weiter.
"Durch den Südfriedhof Münchens zu wandeln ist, wie in einem Geschichtsbuch der Stadtgeschichte zu lesen", so Harald Strötgen. Der Erhalt dieses geschützten Gesamtensembles passe perfekt in den Stiftungszweck der Sparkassenstiftung. Eine Förderung weiterer Sanierungsmaßnahmen ist in Planung, dazu zähle auch die alte Aussegnungshalle. Ziel von Monatzeder ist, den Südfriedhof bis zur 850-Jahr-Feier der Landeshauptstadt wieder als Zeugnis der Zeitgeschichte präsentieren zu können.
Max Ainmiller war Glas-, Porzellan- und Architekturmaler. Er kam 1807 in München zu Welt und starb mit 63 Jahren 1870. Nach ihm ist die Ainmillerstraße in München benannt. In jungen Jahren bildete er sich als Maler an der Nymphenburger Porzellanmanufaktur und bei Friedrich von Gärtner in Architektur, Ornamentik und Perspektive aus. Danach wirkte er an der Königlichen Glasmalereianstalt, die König Ludwig I. ins Leben gerufen hatte. 1830 berief Ludwig I. Ainmiller zum Glasmalereiaufseher. Ainmiller erhob die Glasmalerei in München auf Weltniveau. Sein Unternehmen lieferte Kirchenfenster bis in die Metropolen der Welt.
Dr. med. Franz von Walther war Leibarzt von König Ludwig I. Er wurde 1782 in der Rheinpfalz geboren und begann sein Studium bereits mit 15 Jahren in Heidelberg. Er übernahm 1830 die Leitung der chirugischen und augenärztlichen Klinik im städtischen Krankenhaus. Von Walther gilt als Mitbegründer der deutschen wissenschaftlichen Chirugie und Augenheilkunde. Seine Erkenntnisse über die Ursache der Augenkrankheit Grauer Star waren bahnbrechend. Seinen Namen trägt eine Straße unweit des Friedhofs.
August Freiherr von Wendland war königlicher Gesandter und königlicher Kämmerer (1806 - 1884). Er erwarb 1869 die Familiengrabstätte in den Neuen Arkaden des Alten Südlichen Friedhofs in München. Zur letzten Ruhe gebettet wurden in dem Grab Franz von Wendland, Geheimer Kabinettssekretär des Königs Otto von Griechenland (1872), August von Wendland selbst, seine Frau Louise (1901), Rittmeister a.D. Alexander von Wendland (1937) sowie der frühere Gutsbesitzer, Rittmeister a.D. und königlicher Kämmerer Max von Wendland (1940).


