Schach ist der "Königsweg" für Münchner Grundschüler

Achtjähriger Schüler der Grundschule am Ravensburger Ring holt sich den Turniersieg bei der Mini-Schacholympiade

Hochkonzentriert: Justin Nocker (l.) und Henry Doan, beide neun Jahre alt, führten bei der Mini-Schacholympiade die Rangliste der Grundschule an der Paulckestraße an.

München (sskm). Schach macht schlau – das kann auch Michaela Fellner, Rektorin der Grundschule an der Paulckestraße im Münchner Stadtteil Hasenbergl, bestätigen: "Wir bieten das Schachtraining gemeinsam mit der Münchener Schachstiftung und der Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse seit 2009 an. Tatsache ist, dass die Schüler seither auch im regulären Unterricht konzentrierter und damit leistungsfähiger sind."

Zum zweiten Mal lud die Grundschule an der Paulckestraße nun zur Mini-Schacholympiade ein: 86 Grundschüler aus dem Hasenbergl traten gegen 64 Schüler der Grundschule am Ravensburger Ring an. Prof. Dr. Harald Lesch, Astrophysiker an der Ludwig-Maximilians-Universität, der die Schirmherrschaft für das Turnier übernommen hatte, drückte den Kindern die Daumen.

In sechs Runden ermittelten die Grundschüler ihren Turniersieger, den achtjährigen Kadar Sharar. Der aus Afghanistan stammende Junge besucht die Grundschule am Ravensburger Ring. Als Erstplatzierter gewann er einen Siegerpokal und einen Schachcomputer.

Bester Schüler der Grundschule an der Paulckestraße wurde der neun Jahre alte Justin Nocker, der in der Turnierrangliste auf Platz zwei kam. Er gewann den Sonderpreis, eine digitale Schachuhr, mit der bei Turnieren die maximale Bedenkzeit für einen Zug gemessen wird. Gespielt wurde nach dem Schweizer System. Dabei treten in einer Partie stets zwei Spieler gleicher Punktzahl gegeneinander an, sodass sich immer gleich starke Gegner miteinander messen.

Ermöglicht wird der Schachunterricht an der Paulckestraße mithilfe der Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse München. Sie trägt die Kosten des Schachtrainings in den drei Ganztagesklassen für das Schuljahr 2010/2011 in Höhe von 17.000 Euro.

"Wir sind überzeugt von den vielfältigen positiven Effekten des Schachspiels", erklärte Antje Baur, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit der Stadtsparkasse München, bei der Scheckübergabe an Dijana Dengler, Vorsitzende der Münchener Schachstiftung. "Die Kinder sind mit Ehrgeiz und Begeisterung bei der Sache und erhalten außerdem – ganz nebenbei – konkrete Ansätze, um Probleme im schulischen und privaten Alltag zu lösen."

Studien haben ergeben, dass sich durch das Schach spielen bei vielen Kindern die schulischen Leistungen in Mathematik sowie die Lese- und Rechtschreibkompetenz verbessern. Auch das Selbstvertrauen der Kinder wächst, gleichzeitig verbessern sich die sozialen Umgangsformen der Kinder untereinander. Die beim Schachtraining vermittelten Denk- und Problemlösestrukturen wirken sich langfristig positiv in Form einer verringerten Konfliktbereitschaft aus. "Die Kinder lernen, Probleme durch konzentriertes Nachdenken zu lösen und ihre Spielpartner zu respektieren", ergänzte Stefan Kindermann, Schachgroßmeister und Stiftungsrat der Schachstiftung.

Die Münchener Schachstiftung hat der Münchner Unternehmer Roman Krulich im Jahr 2007 gegründet.

Bildunterschriften:
Bild 1: Hochkonzentriert: Justin Nocker (l.) und Henry Doan, beide neun Jahre alt, führten bei der Mini-Schacholympiade die Rangliste der Grundschule an der Paulckestraße an.

Bild 2: Er war der beste Schachspieler des Turniers: Der achtjährige Kadar Sharar setzte sich gegen 150 Schüler der Grundschulen an der Paulckestraße und am Ravensburger Ring durch.

Bild 3: Dijana Dengler (l.) nahm den Scheck der Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse München von Antje Baur, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, entgegen. Dengler ist achtfache Nationalspielerin, Fidemeisterin und Vorsitzende der Schachstiftung. Sie trainiert die Kinder in den Grundschulen.

 
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