Die Idee der Sparkassen entspringt dem Zeitalter der Aufklärung. Der Glaube an Vernunft und Wissenschaft, Freiheit und Menschenrechte sowie an die Förderung des Gemeinwohls, verdichtet das Gedankengut, aus dem auch die Sparkasse in München hervorgegangen ist. Die ersten Statuten der in München errichteten Sparkasse – 1823 beschlossen vom Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt München im Dezember – geben der Stadtsparkasse München ihre institutionelle Form.
Seitdem hat sich viel verändert. Und die Stadtsparkasse München geht souverän mit der Zeit. Wir sind ein modernes Institut mit traditionellen Werten, die gleichzeitg sehr zeitgemäß sind. So sind und bleiben die Orientierung auf unsere Kundinnen und Kunden sowie der Wert der Nachhaltigkeit Schwerpunkte unseres Handelns.
Bescheidenheit und Sparsamkeit: Am 2. Januar 1824 öffnet das erste Geschäftslokal der „Sparkasse der Königlichen Haupt- und Residenzstadt München“ in einem einfachen Wohnhaus. Dieses liegt im Unteren Anger 13, gegenüber der Fronveste. Wo zuvor jahrhundertelang Handwerker wohnten, werden nun täglich von 9 bis 12 Uhr Spareinlagen in Empfang genommen.
Die Wirtschaftskrise der 1840er-Jahre macht vor der Sparkasse nicht Halt. Anleger heben in kürzester Zeit ihre Ersparnisse ab, was das junge Geldinstitut stark herausfordert. Nach der Insolvenz im April und der Neueröffnung im Dezember 1848 erholt sich die Sparkasse langsam, aber sicher. Eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs steht der Stadt München bevor.
München zählt nun an die 230.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Um die Jahrhundertwende werden es 500.000 sein. Die günstige wirtschaftliche Lage und die kommunale Entwicklung sorgen bei der Sparkasse für enormes Wachstum.
Privatpersonen können nun Hypothekendarlehen aufnehmen – es ist der Anfang des Kreditgeschäfts bei der Stadtsparkasse München. Zusätzlich trägt die Einführung des Sparmarkensystems zur „Hebung des Sparsinns“ bei.
Die Zahl der Sparenden steigt rasant. An stark frequentierten Tagen bedient die Sparkasse schon im Jahr 1890 bis zu 600 Personen. Das dadurch entstandene Raumproblem wird 1899 mit dem Umzug in die eigens für die Sparkasse errichtete neue Hauptstelle in der Ledererstraße/ Sparkassenstraße gelöst. Hier befindet sich bis heute die Hauptstelle der Stadtsparkasse München.
Ein Besucher beschreibt das Gebäude: „Ein moderner Prachtbau, ganz nahe dem Hofbräu. Eine wundervolle Vorhalle mit Springbrunnen und Bänken; von da aus zwei Türen nach dem großen Saal, in dem sich der Sparverkehr abspielt.“
Die Stadtsparkasse München eröffnet ihre erste Zweigstelle: in der Franz-Joseph-Straße in Schwabing.
Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gibt es bereits 8 Zweigstellen.
Die kleinsten Sparerinnen und Sparer können nun aus Sparmarkenautomaten in Schulen und Trambahnhäuschen 10- und 20-Pfennig-Marken ziehen. Diese werden auf dafür vorgesehene Karten geklebt und können später in der Filiale eingelöst werden.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs erschüttert die Gesellschaft und die Stadtsparkasse München steht vor Herausforderungen. Unter anderem muss sie wieder einer massiven Welle von Abhebungen standhalten. Als Reaktion darauf wird die Abhebung ohne Kündigung zuerst auf 500 und später auf 200 Mark im Monat beschränkt.
Die Inflation erreicht 1923 ihren Höhepunkt – ein Ei kostet 15 Milliarden Mark, eine Mass Bier 80 Millionen. Ein einfacher Arbeiter hat einen Stundenlohn von 120 Milliarden Mark. Kurz vor der Währungsreform beziffert eine 17-stellige Zahl die Spareinlagen der Sparkasse. Sie hat jedoch lediglich einen Goldwert von 26.000 Reichsmark.
Die Sparkasse finanziert den ersten sozialen Wohnungsbau der Stadt München. Zwischen 1928 und 1931 entstehen mit Unterstützung der Sparkasse große Wohnanlagen in Neuramersdorf, Neuhausen, Neuharlaching, Friedenheim und am Walchenseeplatz.
Bisher war die Geschäftstätigkeit der Sparkasse nur durch Grundbestimmungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern geregelt. Nun bringt das Bayerische Sparkassengesetz eine weitreichende Veränderung: Die Sparkasse wird von der Stadtverwaltung getrennt und zum öffentlich-rechtlichen Wirtschaftsunternehmen.
Die Sparkasse wird unter dem NS-Regime gleichgeschaltet. Unter dem Namen „Sparkasse der Hauptstadt der Bewegung München“ trägt die Sparkasse als Kapitalsammelstelle zur Kriegsfinanzierung bei und ist beteiligt an Zwangsmaßnahmen gegen Verfolgte des Systems.
Nach dem Krieg folgt der Wiederaufbau. Mit der Währungsreform steht die Sparkasse vor einem Neuanfang. Rund 537.000 Konten werden von Reichsmark auf D-Mark umgestellt. Trotz Eröffnung von 206 Annahmestellen und der zusätzlichen Verwendung von 800 Dienstkräften der Stadtverwaltung München nimmt der Publikumsandrang an den Schaltern katastrophale Ausmaße an.
Nachdem die Politik der Demontage und Beschränkung aufgehoben ist, steht Deutschland vor dem Wirtschaftswunder – und wieder vor großen Herausforderungen. Allein in München liegt fast die Hälfte der Bausubstanz in Trümmern. Die Sparkasse beteiligt sich entscheidend am Wiederaufbau: Mit Hypothekendarlehen finanziert sie 1954 rund 15 Prozent der Neubauten der Stadt München. Bis 1971 steigt der Anteil auf rund 40 Prozent.
In den 1960er-Jahren sind die EC-Karte und der Dispositionskredit revolutionäre Neuheiten auf dem Gebiet der Bankdienstleistungen.
1963 erreicht die Bilanzsumme der Stadtsparkasse München erstmals die „Ein-Milliarden-Grenze“.
Die „Städtische Sparkasse“ wird umfirmiert und agiert nun unter dem heute bekannten Namen „Stadtsparkasse München“. Sie beschäftigt zu dieser Zeit rund 1.660 Dienstkräfte.
Die Stadtsparkasse München feiert eine Premiere in Deutschland: Als erstes Geldinstitut führt die Stadtsparkasse München Geldautomaten mit direkter Kontoverbindung ein. Kunden können nun außerhalb der Geschäftszeiten Geld abheben und ihren Kontostand abrufen. Sieben Automaten werden an belebten Orten der Stadt installiert.
Bis Ende 1978 werden über 28.500 EC-Karten ausgegeben.
Die Stadtsparkasse wächst. Trotz Neu- und Erweiterungsbau wird die Hauptstelle in der Ledererstraße/ Sparkassenstraße zu klein. Abhilfe schafft ein neues Verwaltungszentrum in der Ungererstraße 75 in Schwabing Nord.
Die Stadtsparkasse München richtet ein zentrales Kontaktzentrum für Telefon-Banking ein. Dieses bietet nicht nur persönliche Ansprechpersonen, sondern auch ein Spracherkennungssystem, mit dem die Kundinnen und Kunden rund um die Uhr per Telefon ihre Bankgeschäfte erledigen können.
Als eines der ersten Geldinstitute führt die Stadtsparkasse München ein SB-Sparbuch ein. Damit können Kundinnen und Kunden – im Gegensatz zum klassischen Sparbuch – Geld vom Automaten abheben.
Im Jahr 2002 kommt der Euro. Die Nachfrage der Kundinnen und Kunden ist enorm. Allein im Januar werden in der Stadtsparkasse deswegen 27.000 Überstunden geleistet, D-Mark-Münzen mit einem Gewicht von rund 180 Tonnen rückgeliefert und 148,1 Millionen Euro an die Kundschaft ausgegeben.
Die Stadtsparkasse München feiert eine weitere Deutschlandpremiere in Sachen Geldautomaten: An neun U-Bahn-Stationen in München installiert die Stadtsparkasse erstmals freistehende Geldautomaten.
Die Stadtsparkasse München ändert ihre Unternehmensfarbe von Gelb, einer Stadtfarbe Münchens, auf Rot, die Farbe der Sparkassen-Finanzgruppe.
2015 fällt der Startschuss für die Spendenplattform „Gut für München“. Bis heute sind über 9 Millionen Euro an Spenden für soziale Projekte auf der mittlerweile unter „WirWunder.de“ bekannten Plattform zusammengekommen.
Die Stadtsparkasse München führt mit ApplePay kontaktloses Bezahlen mit Smartphones ein. Ein Jahr später folgt das mobile Bezahlen mit Android.
Mit der "Selbstverpflichtung für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften" unterstützt die Stadtsparkasse München die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens.
Die Stadtsparkasse feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1824 hat die Stadtsparkasse München fünf politische Ordnungen erlebt, Währungsreformen überstanden und die Wirtschaftswunderjahre begleitet. In all den Jahren war sie an der Seite der Münchnerinnen und Münchner. Sie hat sie dabei unterstützt, Geld für die eigene Vorsorge anzulegen, sie hat die Münchner Wirtschaft mit Kapital versorgt und sie hat sich mit Spenden und Sponsorings gesellschaftlich engagiert.
Und das wird sie auch weiterhin tun.
Im jungen und dynamischen Stadtteil Freiham eröffnet die Stadtsparkasse München eine ihrer größten Filialen. Damit ist sie als erste Bank dort vor Ort.
Und die Filiale am Pariser Platz wird zur „Azubi-Filiale“. Hier übernehmen Auszubildende eigenständig Verantwortung. Mit diesem Konzept möchte die Stadtsparkasse München ihren Nachwuchs gezielt fördern und für zukünftige Fach- und Führungsaufgaben qualifizieren.
Ebenfalls im Jahr 2025 haben das NS-Dokumentationszentrum München und die Stadtsparkasse München eine Forschungskooperation vereinbart. Ziel ist es, die Vorgänge in der damals „Städtische Sparkasse München“ in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 historisch auszuwerten. Die Beurteilung der Unterlagen erfolgt unabhängig und nach aktuellen wissenschaftlichen Standards durch eine eigens geschaffene Projektstelle am NS-Dokumentationszentrum.
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